EN / DE

emotionales Priming in der klassischen Musik:

Ein Versuch zur Modulation und Intensivierung emotionaler Reaktionen auf klassische Musik

by Dr. Michael Bühler

Worum geht es in dieser Studie?
Warum berührt uns klassische Musik manchmal tief – und manchmal kaum?
Frühere Forschung zeigt: Einer der Hauptgründe, weshalb viele Menschen klassische Konzerte meiden, ist nicht die Musik selbst, sondern die fehlende emotionale Verbindung zur Musik (Tröndle 2010b).
Genau hier setzt unsere Vorstudie an.

Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Vorstudie eine zentrale Frage:
Lässt sich die emotionale Zugänglichkeit klassischer Musik gezielt steuern und/oder steigern – und wenn ja, wie?

Im Zentrum steht ein Real-World-Experiment, das untersucht, ob und wie sich die emotionale Wahrnehmung klassischer Musik gezielt beeinflussen lässt. Ausgangspunkt ist die Annahme der Emotionspsychologie, dass musikalische Emotionen nicht allein aus Klang entstehen, sondern wesentlich durch kognitive Bewertung, Kontext und Erwartung geprägt werden (Juslin & Västfjäll 2008).

Konkret wurde geprüft, ob eine narrative und visuelle Kontextualisierung – sogenanntes emotionales Priming – die Art, Intensität und Valenz musikalischer Emotionen verändern können. Anders gesagt: Kann dieselbe Musik, abhängig vom Rahmen, etwas völlig anderes auslösen?

Theoretisch stützt sich die Studie auf emotionspsychologische Modelle, nach denen musikalische Emotionen nicht allein aus dem Klang entstehen, sondern wesentlich durch, kognitive Bewertung, Erwartung, Kontext und Bedeutung geprägt werden (Juslin & Västfjäll 2008).

Die Ergebnisse zeigen deutlich:
Emotionale Reaktionen auf klassische Musik sind formbar. Kontext verschiebt nicht nur Intensitäten, sondern ganze Emotionsprofile.
Damit rückt folgende Frage in den Fokus:
wie müssen Konzertformate zeitgemäss gestaltet werden, wenn emotionale Verbindung nicht dem Zufall überlassen bleiben soll?

Wir werden hier über den Verlauf berichten: über erste Beobachtungen, über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und darüber, wie Klangwelten unser emotionales Erleben formen könnten.
Wir freuen uns darauf, diese Reise mit euch zu teilen – und laden euch ein, die Entwicklung neugierig zu begleiten.